Reliquien der Apostelfürsten

Petrus und Paulus in Warstein

Reliquien der Apostelfürsten Petrus und Paulus

Es ist ein besonder Sommer im Jahr 2006, denn durch einen Zufall tauchen Reliquien von den Apostelfürsten Petrus und Paulus in der gleichnamigen St. Petrus-Pfarrgemeinde auf. Ex-Pfarrer Josef Heers und Ex-Pfarrgemeinderatsvorsitzender Alfred Schmitt sind stolz auf den Fund, den man in einem kostbaren Reliquiar hat einfassen lassen und zeigen die Reliquien Weihbischof Manfred Grothe. Freudig überrascht schaut sich Grothe das kostbare Stück begeistert an und bemerkt, dass es sich hier um etwas ganz Besonderes handelt. Weihbischof Grothe ist zurzeit auf Firmreise im Dekanat Rüthen und besuchte dabei auch die Warsteiner St. Petrus-Gemeinde, die dem Paderborner Bischof eine kleine Neuentdeckung von großem Wert vorstellen konnte. Seit gut einem Jahr besitzt die Gemeinde kleine Reliquien von den Aposteln Petrus und Paulus, die zum einen Patron der St. Petrus-Kirche und des Paulushaus, dem Gemeindezentrum der Pfarrvikarie, sind. Die Herkunft der wertvollen Reliquien ist dabei gar nicht so genau zu datieren.

Die recht unbekannte Geschichte der beiden Reliquien begann im Jahr 2005, als Petrus-Küsterin Gabi Menke an Pfarrer Heers ein kleines Reliquienhäuschen übergab, das vermutlich einer der Pfarrvikare der Gemeinde mitgebracht und später überlassen hatte. Noch war niemanden klar, um welche Reliquien es sich handelte, denn die kleinen versiegelten Plättchen hatten eine mit dem Auge kaum lesbare Beschriftung. Erst mit einer Lupe bestätigte sich der Verdacht, den einige Messdiener zuvor gehabt hatten, es waren die Reliquien der Apostelfürsten St. Petrus und St. Paulus.

Die Freude war damals groß, doch schon im nächsten Moment überwog die Frage nach der Echtheit. Das diese gestellt würde, war auch Pastoralverbundsleiter Heers klar, der auch keine hundertprozentige Garantie geben konnte, doch Siegel und Beschriftung waren eindeutig und das Erzbischöfliche Generalvikariat Paderborn bestätigte dies ebenfalls. Woher sie jedoch stammen ist unklar, darauf gab es keinen Verweis. „Vielleicht sind sie schon sehr alt und stammen aus dem Mittelalter, heute kommt man da gar nicht mehr so einfach dran“, berichtet Heers über den Wert. Nicht nur Weihbischof Grothe, sondern auch Heers war begeistert von der Reliquie: „Ich freue mich darüber, dass wir so ein Reliquiar in unserer Gemeinde haben“, schließlich seien es nicht irgendwelche Heilige, machte er deutlich. „Es handelt sich dabei um die beiden Apostelfürsten, Petrus als der, dem alle Päpste nachfolgen und Paulus als derjenige, der die heidnische Welt bekehrt hat“, erklärt er die große Bedeutung und ergänzt: „Es geht ja darum, durch solche Zeichen den Glauben zu stärken, nicht zu begründen“. Heers berichtet, dass es im Mittelalter den Glauben gab, durch die Reliquien den Heiligen besonders nahe zu sein.

Allen Gläubigen ist die Anbetung vor der Petrusikone möglich, dort wurde das Reliquiar der Gemeinde zugänglich gemacht.