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„Isaak – so sehr geliebt“

Foto: Gaby Schmitz





„Isaak – so sehr geliebt“, das biblische Musical, das auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Warstein, dem katholischen Pastoralverbund und der Kulturinitiative, am Freitagabend unter der Leitung des gemeinnützigen Vereins „Adonia“ in der Neuen Aula aufgeführt wurde, hatte alles, was zu einer erfolgreichen Inszenierung notwendig ist: Mitreißende Songs von einer Live-Band begleitet, eine dramatische Familiengeschichte, moderne Regieeinfällen und Emotionen weckende Spezialeffekte. Besonders beeindruckend war dabei, dass die 70 jungen Akteure zwischen 12 und 19 Jahren das 90-minütige Musiktheaterstück in nur vier Tagen einstudiert hatten.

Doch „Isaak“ vermochte noch mehr. Die Aufführung riss mit, sorgte von Beginn an für Klatschen und Beifallsbekundungen im Publikum – und dies war wohl der Authentizität der Schauspieler und Sänger zuzuschreiben. Die Teenager lebten ihren Glauben, sie glaubten was sie „erzählten“ und verkörperten dies eindrucksvoll mit ihrer Körpersprache.

Es war für die meisten Zuschauer beeindruckend, aber auch ungewohnt, Jugendliche so inbrünstig agieren zu sehen – zumal es sich um ein christliches Thema und noch dazu um eines handelte, das nicht leicht zu interpretieren ist. In der heutigen Zeit ist es schwer nachzuvollziehen, dass Glaube und Gottvertrauen so groß sind, dass ein Vater seinen Sohn opfern würde. Tier- oder gar Menschenopfer sind uns heute – 2000 Jahre später – gänzlich fremd.
War es dem tief verinnerlichten Gottvertrauen zu verdanken, dass beispielsweise 14-jährige Hobbysänger und –sängerinnen, ohne erkennbare Nervosität und mit beeindruckender Sicherheit, vor die vollbesetzten Ränge traten und ein Solo ablieferten, das durchaus profihaft zu nennen ist? 
Garniert wurde die Geschichte aus dem Alten Testament, neben den teils fetzigen, teils emotionalen Songs, durch zahlreiche Extras, die die Handlung in die heutige Zeit applizieren. Da macht sich Abraham gleich am Anfang mit seinem Sohn auf, um ein „Männerwochenende“ zu verleben – „Quality-Time“ für das Gespann. Locker cruisen sie mit dem Fahrrad los, campen unterm Sternenhimmel – wobei das Publikum nicht nur fragt „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“ sondern auch fürs Licht am Firmament via Handy-Bildschirm-Leuchten sorgt. Eine „Lachflash-Show“ im Stil amerikanischer Gameshows leitet hinüber zum Schicksal Saras – der „nach innen Lachenden“. Tolle Choreografien – vom Western-Dance bis hin zur Tuch-Performance – sowie effektvolle Schattenspiele und rhythmische Plastikflaschen-Trommeleinlagen sorgten für begeisterten Zwischenapplaus.

Nicht nur in der Bibelgeschichte gibt es schlussendlich ein Happyend – auch die jungen Darsteller konnten sich am Ende über große Beifallsbekundungen und Standingovations freuen. Den Schlusspunkt durfte unter anderem der Allagener Jakob Polifke setzen und in der abschließenden Adonia-Hymne „Unser Land“ einen Solopart singen. „Es ist schon beeindruckend, was die Jugendlichen hier wieder auf die Bühne gebracht haben“, freute sich auch Michael Römer, Vorsitzender der Kulturinitiative, über den, nach 2017 zweiten, erfolgreichen Adonia-Auftritt in der Neuen Aula.

Gaby Schmitz



Adonia e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Karlsruhe, der mit Landes – und Freikirchen zusammenarbeitet. Ein hauptamtliches Team koordiniert die Musicalfreizeiten und schult die mehr als 600 Ehrenamtlichen, die diese „Camps“ durchführen. 2001 wurde zum ersten Mal ein Musicalcamp dargeboten. Seither wächst die musikalische Jugendarbeit in großen Schritten. Inzwischen nehmen 4.000 Kinder und Jugendliche an einem der 60 Camps teil. Neben den Projekten für Teens werden auch Juniorcamps (für 9-12-jährige Kinder) durchgeführt. Die 70 Sängerinnen und Sänger treffen sich jeweils zu einem „Musicalcamp“, das aus zwei Teilen besteht: vier Probe-Tage, in denen, unter der Betreuung von geschulten Mitarbeitern, das Konzertprogramm eingeübt wird. Danach: vier Auftritts-Tage an verschiedenen Orten, bei denen die Jugendlichen in Gastfamilien übernachten.


Foto: Gaby Schmitz


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